Ehevorbereitung

 

Liebe Brautpaare,

 

Sie möchten in einer Kirche unseres Pfarrverbandes Raeren - Eynatten - Hauset Ihre Liebe im Sakrament der Ehe feiern. Wir möchten Ihnen gerne einige Richtlinien vorlegen, nach denen Ihr Brautamt gestaltet werden darf. Wir bitten Sie, nachfolgende Schritte aufmerksam zu lesen, Sie werden feststellen, dass Sie viel Eigeninitiative entwickeln können. Freuen Sie sich auf Ihren schönen Tag und leben Sie bis dahin eine segensreiche Zeit.

In der Zeit Ihrer Freundschaft sind Sie zu der Erkenntnis ge­kommen, füreinander geschaffen zu sein und einen gemeinsamen Weg gehen zu können, solange Sie leben. Diese Entscheidung zeugt davon, wie sehr Sie sich lieben und welches Vertrauen Sie zueinander haben. Da Sie wahrschein­lich wissen, dass dauerhafte Liebe gepflegt werden will, wer­den Sie sich auf Ihr Ja-Wort gut vorbereiten. Dazu gehören offene Gespräche, Beweise der Treue, die Fähigkeit aufeinander Rücksicht nehmen zu können und umeinander besorgt zu sein.

Nun unternehmen Sie einen weiteren Schritt, um als Paar zu gelingen: Sie wollen nach der standesamtlichen Trauung auch kirchlich heiraten. Das ist nicht selbstverständlich. Wer es tut, der bittet Gott um seinen Segen für eine gemeinsame Zu­kunft. Er weiß auch, dass er am Altar ein Versprechen gibt, dass nicht rückgängig gemacht werden kann. Die Brautleute verpflichten sich, einander treu zu sein, was das Leben auch bringen mag. Die Kirche denkt dabei an jene Treue, die in den kleinen Liebenswürdigkeiten zum Ausdruck kommt. Wahre Treue beweist sich in den kleinen Details, die das Leben und die eine Partnerschaft lebenswert machen.

Nun beginnen für Sie die Vorbereitungen für den Hochzeitstag. In dieser Zeit werden Sie mehr denn je bemüht sein, miteinander zu wachsen und in der Liebe zu reifen. Leben Sie nicht zu gejagt und schenken Sie einander viel wertvolle Zeit. Seien Sie sich stets bewusst, dass der schwache Mensch Hilfe aus seinem Glauben braucht. Gottes Segen wird jetzt und wird später Ihr Vertrauen in die Zukunft stärken. Er möchte nicht nur eine Stunde an Ihrem Hochzeitstag anwesend sein; er will auch in Ihrem Ehe- und in Ihrem Familienleben in Anspruch ge­nommen werden. Der Schritt soll niemals eine Show sein, die schöne Motive für eine Fotoserie liefert. Es geht um die Entschei­dung zweier gläubiger Menschen, die bescheiden wissen und be­kennen: Wir brauchen die Hilfe unseres Glaubens und unserer Kirche, um immer wieder zueinander zu finden.

Die Eheschließung ist eines der sieben Sakramente unserer Kirche. Sakramente sind Zeichen der Liebe und der Hilfe Got­tes. Der Mensch, der um ein Sakrament bittet, bekennt ganz schlicht: „Vater im Himmel, ich brauche deine Hilfe, damit meine Ehe gelingt!“

Das Sakrament der Ehe vollzieht sich in dem Augenblick, in­dem Sie vor dem Priester der Kirche einander das JA sagen. Dieses Treueversprechen, das sie sich in der Kirche geben und vor Gott und den Mitmenschen aussprechen, ist so ernst zu nehmen, dass es als endgültig betrachtet werden muss. Die menschliche Treue hat die Treue Jesu Christi, des Guten Hir­ten, vor Augen: Er sucht... er hebt auf... er verzeiht... er lässt nicht fallen!

 

In dieser Schrift möchten wir Sie darüber informieren,

worauf Sie

vor der Eheschließung,

 

am Tag der Eheschließung und

 

nach der Eheschließung achten sollten


und wie eine Eheschließung mit Messfeier in unserem Pfarrverband Raeren, Eynatten, Hauset gestaltet wird. Wir möchten Sie ganz herzlich bitten, sich an vorliegende Richtlinien zu halten:

 

Vor der kirchlichen Eheschliessung:

 

Die meisten Brautleute gehören zu jenen aufmerksamen Men­schen, die festgestellt haben, dass niemandem eine harmonische Ehe in den Schoß geworfen wird. Sie können nicht genug unternehmen, um sich innerlich gut auf Ihr Ja-Wort vorzubereiten. Wir bitten Sie, gute Gespräche mit Eheleu­ten Ihres Vertrauens zu führen oder sich geeignete, the­mengerechte und bereichernde Literatur zu besorgen. Stehen Sie positiv zum Eheseminar, das Ihnen wertvolle Impulse geben wird. Unser Dekanat bietet einen eigenen Ehekursus an. Vieles, was dort gesagt und gelehrt wird, ist Ihnen bekannt; es werden aber Gedanken geäußert und Zeugnisse gegeben, die einmal heilbringend für Ihre Partnerschaft sein können. So hoffen wir, dass auch Sie zu jenen gehören, die nicht der Meinung sind, nichts mehr hinzulernen zu müssen... Informationen zu diesem Seminar finden Sie in der Presse, am Anschlagbrett der Kirchen, im Pfarrbrief oder bei Nachfrage im Pfarramt Raeren. Wir legen Ihnen diesen Ehekursus sehr ans Herz.

 

Sie setzen sich telefonisch oder per E-Mail mit unserem Pfarrbüro Raeren in Verbindung und fragen nach einem Termin für ein Brautamt mit Angabe des Datums, der Uhrzeit und der gewünschten Kirche unseres Pfarrverbandes.Gehen Sie niemals terminliche Verpflichtungen ein (z.B. Restaurant, Musik...), ohne vorher den Termin abgestimmt zu haben. Wir können nur drei Hochzeiten an einem Tag annehmen. Die Feier wird an einem Samstag gehalten, Sie können wählen zwischen 11.30 Uhr, 14.00 Uhr oder 16.00 Uhr, insofern diese Zeiten noch frei sind.

 

Wenn Sie anderswo getauft worden sind als in unserem Pfarrverband, dann besorgen Sie uns bitte eine Taufbescheinigung Ihrer Taufpfarre, worauf auch die Adresse des Pfarramtes vermerkt sein muss. Eine Kopie aus dem Stammbuch Ihrer Eltern genügt nicht, da wir eine Bescheinigung über Ihre Eheschließung dieser Pfarre zuschicken müssen.

  • Nach der Anmeldung im Pfarrbüro sollten Sie, wenn Ihr Entwurf der kirchlichen Hochzeit sowie ein Lebenslauf von Ihnen und Ihrem/Ihrer Partner/in fertig erstellt sind, um einen Termin mit dem verantwortlichen Priester bitten. Er wird die nötigen Papiere ausfüllen und mit Ihnen ein Gespräch führen über folgende Fragen: - Warum legen Sie Wert darauf, kirchlich zu heiraten? - Was heißt das, einander treu sein? - Sind Sie grundsätzlich bereit, Kindern das Leben zu geben?
  • Der Priester wird Sie fragen, ob Sie sich das Ja-Wort in Verbindung mit einer heiligen Messe oder während einer Trauungsfeier ohne heilige Messe geben wollen. Der Ehrlichkeit wegen muss er diese Frage stellen, denn es ist ja möglich, dass Ihnen eine heilige Messe nichts bedeutet... also wahrscheinlich auch am Hochzeitstag nicht. Wir akzeptieren Ihre Entscheidung, denn wir glauben, dass Sie gründlich darüber nachgedacht haben
  • Es besteht selbstverständlich die Möglichkeit, das Brautamt oder die Trauung mitzugestalten. Besprechen Sie mit dem Priester, zu welcher Mitarbeit Sie bereit sind und welche Texte oder Lieder Sie einbringen wollen. Sie sind aber keineswegs zu einer solchen Mitarbeit verpflichtet. Manche Brautpaare wünschen sich die Feier so, wie sie der Priester vorschlägt. Wenn Sie selber Texte vortragen wollen, müssen Sie sich Ihrer sicher sein, denn es ist nicht so einfach, vor vielen Menschen zu stehen. Sollten Sie zu nervös sein, würden Sie sich nicht auf das Wesentliche konzentrieren können. Wenn Sie eine Auswahl von Texten und Liedern vorgelegt bekommen möchten, können Sie im Pfarramt nachfragen. Ebenso können Sie bei Nachfrage die Online Version erhalten.
  • Sie dürfen einen Chor, eine Sängerin oder einen Sänger verpflichten, aber wir möchten Sie bitten, dies rechtzeitig mit dem Priester abzusprechen. Es ist selbstverständlich, dass dies in einem würdigen Rahmen geschehen soll und daraus keine Show gemacht wird. Außerdem sollen aber auch Lieder für das Volk eingeplant werden, wir haben in jeder Kirche ausreichend Gebetsbücher in den Bänken ausliegen. Die eingeladenen Sänger oder Musiker müssen sich daher auf fünf Werke beschränken. Da wir eine eigene Orgel besitzen, möchten wir selbstverständlich, dass diese entsprechend zum Einsatz kommt. Sollten zusätzliche Musikinstrumente geplant sein, muss dies mit dem Priester und dem Organisten rechtzeitig besprochen werden. Legen Sie den Mitwirkenden nahe, Texte vorzutragen, die dem Thema des Tages gerecht werden.
  • Wir legen großen Wert darauf, dass Sie dem Fotografen mitteilen, wann er fotografieren darf. Engagieren Sie bitte nur einen Fotografen, und legen Sie ihm nahe, dass er sich so unauffällig wie möglich verhalten soll. Es dürfen Videoaufnahmen gemacht werden, wenn dies ohne Scheinwerfer geschieht und der Amateur den dafür angegebenen Platz einhält. Er muss also vorher mit dem Priester oder dem Küster Kontakt aufgenommen haben. Viele Brautpaare sind uns dankbar, dass wir so großen Wert darauf legen, dass ihr Brautamt so wenig wie möglich gestört wird. Die meisten Fotografen verrichten ihren Dienst sehr taktvoll, aber nicht alle.
  • Manche Brautpaare fragen, ob sie den Blumenschmuck stellen dürfen. Es ist Ihnen freigestellt, jedoch nur nach vorheriger Absprache mit dem Priester und dem Küster der Kirche. Die Blumen, außer dem Brautstrauß, müssen nach dem Brautamt in der Kirche verbleiben.
  • Mit den vom Bistum festgelegten 160 Euro Kosten für das Brautamt  werden alle Dienste vergütet, die für die Feier in Anspruch genommen worden sind. Dieser Betrag ist entweder direkt beim Termin mit dem Priester zu entrichten oder nach der Eheschließung beim Abholen des Stammbuches.
  • Seien Sie vor allem in den letzten Wochen darauf bedacht, keine Hektik aufkommen zu lassen. Versuchen Sie, Momente der Stille zu finden, zu beten und möglichst gemeinsam zum Gottesdienst zu gehen. Der Herrgott möchte viele Male eine halbe Stunde in Ihrer Ehe und in Ihrer zukünftigen Familie zu Hause sein; nicht nur am Tag der Hochzeit. Versuchen Sie auch, herzlich mit Ihren Angehörigen umzugehen und sie im Rahmen der Möglichkeiten in die Planung miteinzubeziehen. Es ist natürlich Ihr Fest, doch es erfreut immer, schon mal gefragt zu werden, etwas mit zu gestalten.


Am Hochzeitstag:

 

  • Denken Sie daran, die Ringe und das Stammbuch mitzubringen.
  • Der Priester wird Sie unten in der Kirche begrüssen. Oftmals bilden Ihre Verwandten Spalier. Nach der Begrüssung durchschreiten Sie und der Priester das Spalier und gehen zum Altar. Dort nehmen Sie und auch die Trauzeugen Platz. Meist nimmt die Braut den linken und der Bräutigam den rechten Platz ein. Die Messdiener bitten Sie, ihnen die Ringe und das Stammbuch auszuhändigen.
  • Anschliessend beginnt die Feier. Der Priester bittet Sie, abzuschalten von allem, was Sie jetzt ablenken könnte und sich innerlich auf die Begegnung zwischen Ihnen beiden und dem Herrgott einzustellen. Sehr oft hilft diese Aufforderung, aufkommende Nervosität abzubauen. Schalten Sie ab von den vielen Menschen, die hinter Ihnen knien und konzentrieren Sie sich auf das, was Sie vorhaben.
  • Der Gottesdienst wird in einem schlichten und ruhigen Rahmen gehalten. Nach dem Evangelium hält der Priester eine kurze Ansprache; dann beginnt die Trauzeremonie, bei der auch der Fotograf dabei sein darf. Lassen Sie sich aber nicht von ihm ablenken. Der Priester spricht Ihnen das Treueversprechen vor, und Sie wiederholen es. Sie können aber auch den gesamten Text sprechen, ohne dass er vorgesprochen wird. Erkundigen Sie sich im vorher stattfindenden Gespräch beim Priester. Nach der Trauung unterschreiben die beiden Zeugen im Traubuch der Kirche.


Nach der Hochzeit:

 

  • Nach dem Hochzeitstag können Sie das Stammbuch im Pfarramt abholen, worin auch kirchlicherseits die Eheschließung eingetragen worden ist.
  • Ein Priester fühlt sich verbunden mit zwei Menschen, die vor Gott und am Altar mit sehr viel gutem Willen einen gemeinsamen Lebensweg eingeschlagen haben. Allein schon deshalb legt er so großen Wert darauf, dass während des Brautamtes so wenig wie möglich vom Wesentlichen abgelenkt wird. Er fühlt sich auch weiterhin mit Ihnen verbunden und wird Sie daran erinnern, dass die Liebe viele Male fähig ist, einen Neuanfang zu machen oder sich zu erneuern...
  • Für ein Gespräch steht der Priester Ihnen auf Anfrage hin gerne zur Verfügung; sie können ihn dann am besten über das Pfarrbüro Raeren erreichen. Wir wünschen Ihnen viele schöne Jahre gemeinsamen Lebens. Sie werden aber auch Wolken am Himmel aufkommen sehen oder vertreiben müssen. Das ist in jedem Menschenleben, in jeder Ehe, in jedem Priesterleben so. Es ist dann wichtig, einen Menschen seines Vertrauens zu haben.


Nun wünschen wir Ihnen eine möglichst ruhige und gewinnbringende Vorbereitungszeit. Wir hoffen, ein gutes Gespräch mit Ihnen führen zu können und versprechen Ihnen unser Gebet.

 

Ihr Pastor Peter Dries